Umwelt

Wenn der Rheinpegel sinkt

Budenheim und der Klimawandel

Eine Situation, wie wir sie seit einigen Jahren kennen und an die wir uns wohl gewöhnen müssen: Der Sommer war sehr heiß und viel zu trocken. Im Dürrejahr 2018 mit seiner langen Trockenheitsperiode im Sommer hatte dies auch auf unsere Produktion Auswirkungen. Denn wegen des niedrigen Wasserpegels am Rhein konnten Frachtschiffe nur sehr eingeschränkt Güter transportieren. Die Folge: Statt mit einem einzigen Schiff mussten für die gleiche Menge an Rohstoffen weit mehr als 60 Lkw auf die Straße gebracht werden. Ein enormer Mehraufwand, aber Budenheim hat schnell reagiert und so das Problem minimieren können.

Das Forschungsprojekt

Welche Risiken ergeben sich aus dem Klimawandel für Budenheim? Wie kann das Unternehmen den Veränderungen begegnen? Und gibt es auch Chancen? Gibt es interne Hindernisse bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels? Und welche Hilfestellungen bietet die ISO 14001 – die internationale Norm für Umweltmanagementsysteme - zur Überwindung dieser Hindernisse? Diese Fragen erforschte Tobias Wagner, Immissionsschutzbeauftragter bei Budenheim, im vergangenen Jahr in seiner Masterarbeit, die er an der Leuphana Universität Lüneburg schrieb. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Überwindung interner, unternehmerischer Barrieren bei der Anpassung an den Klimawandel im Kontext der ISO 14001“. Es zeigte sich schnell, dass das Thema Klimawandel sehr komplexe Auswirkungen für Budenheim hat und eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich bringt, die nur gemeinsam gelöst werden können.

Statt mit einem einzigen Schiff mussten für die gleiche Menge an Rohstoffen weit mehr als 60 Lkw auf die Straße gebracht werden.

Klimawandel und Wirtschaft

Allgemein zeigt sich der Klimawandel durch einen Anstieg der Temperatur, dies bringt mehr Wetterextreme wie Stürme, Sturzfluten und Schneefälle hervor. Und diese zeigen bereits Auswirkungen auf viele Wirtschaftszweige: Neben der Landwirtschaft, an die man wahrscheinlich zuerst denkt, sind auch Wirtschaftszweige wie die Telekommunikation oder die Deutsche Bahn von Sturm- und Hitzeschäden betroffen. Auch Kraftwerke mussten in den letzten Sommern runtergefahren werden, da aus ökologischen Gründen die Flüsse nicht weiter aufgeheizt werden durften und der Wasserstand zudem zu niedrig war. Wenn vor Hitze Straßen und Landebahnen aufplatzen, schränkt dies den Straßen- und Flugverkehr und die Logistikbranche ein. Und das hat wiederum Auswirkungen auf weitere Industriezweige.

Chancen und Risiken für Budenheim

Risiken für unser Unternehmen betreffen insbesondere unseren Standort am Rhein: Hoch- und Niedrigwasserphasen können die Schifffahrt massiv einschränken und damit die Rohstoffversorgung behindern sowie Probleme mit der Kühlwasserversorgung hervorrufen. Aber auch Wetterextreme, wie Starkregenereignisse und Stürme, sollen laut Prognosen weiter in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen und können die Versorgungssicherheit gefährden.

Doch es gibt auch Chancen: Der Bedarf nach neuen, innovativen Produkten kann steigen. Über eine schnelle Entwicklung von passenden Lösungen ist die Erschließung neuer Märkte möglich. Neben neuen Produkten können auch bestehende Produkte für Anwendungen zum Klimaschutz bzw. mit positiven Klimaeigenschaften stärker bei unseren Kunden nachgefragt werden und einen höheren Absatz generieren.

Dr. Thomas Jagella (links) und Jens Voigt (rechts) gratulieren Tobias Wagner zur erfolgreichen Masterarbeit.