Erfolg

Im Stahlwerk

Neues Bindemittelkonzept von Budenheim sorgt für bessere Arbeitsbedingungen und effizientere Ergebnisse

Lösungen für ein besseres Leben – das können auch sehr spezielle und technische Anwendungen sein. Zum Beispiel bei der Stahlerzeugung. Hier hat Budenheim ein neues Bindemittelkonzept entwickelt, das die Arbeitsbedingungen im Stahlwerk verbessert und die Stahlqualität optimiert. Innovation & Application Development Manager Stefan Barlag erklärt, worum es dabei geht.

Bisher wird in der Stahlerzeugung ein Bindemittelkonzept eingesetzt, welches zum Teil aus gesundheitsschädlichen Komponenten besteht. Neben Borsäure enthält es auch organische Bestandteile, wie etwa Phenolharze. Sie entwickeln beim Aufheizen während der Inbetriebnahme giftige Gase und starke Gerüche. Für die Werker bedeutet das zum einen unter erschwerten Arbeitsbedingungen tätig zu sein. Zum anderen ist ihre Gesundheit stark belastet. Zudem leidet auch die Qualität des Stahls unter den Bestandteilen.

Über 1.600 Grad Celsius

Um Draht oder Blech zu produzieren, wird Stahl mit spezifischen Eigenschaften benötigt. Die Produktion erfolgt in sogenannten kontinuierlichen Stahlgussanlagen, die einen endlosen Stahlstrang erzeugen. Dieser Strang wird anschließend in passende Stücke geschnitten und zu Blechen gewalzt oder zu Draht ausgezogen.

Bevor Stahl jedoch in einzelne Endlosstränge gegossen werden kann, muss er zunächst in ein Verteilersystem geführt werden. Von hier aus wird er gleichmäßig auf die einzelnen Stahlstränge verteilt. Dieser Stahlverteiler ist ein breiter, offener Behälter mit einem oder mehreren Löchern im Boden, durch die die flüssige Stahlschmelze mit Temperaturen von mehr als 1.600 Grad Celsius hindurch strömt.

Um bei diesen extrem hohen Temperaturen widerstandsfähig zu bleiben, muss der Stahlverteiler mit feuerfestem Material ausgekleidet werden.

Die entscheidende vierte Schicht

Die Auskleidung des Verteilers setzt sich aus vier verschiedenen Schichten zusammen:

  1. Ganz außen befindet sich der Stahlmantel, der die Geometrie des Verteilers vorgibt.
  2. Dann folgt eine Isolationsschicht, die dünn eingebracht ist. Sie besteht aus keramischer oder mineralischer Wolle.
  3. Nun folgt eine erste feuerfeste Schicht aus sehr festem Isolationsbeton. Er bleibt über mehrere Zyklen als sogenanntes Sicherheits-Dauerfutter im Verteiler.
  4. Die entscheidende vierte Schicht ist ein etwa 10 cm starkes Verschleißfutter. Das Futter besteht aus Magnesiumoxid oder Magnesiumsilikat und wird nach einiger Zeit regelmäßig ausgetauscht.

 

„Durch unser neues Bindemittelkonzept können wir unseren Kunden neue Möglichkeiten einer effizienteren und gesundheitlich unbedenklicheren Stahlerzeugung bieten. Das ist eine von vielen Budenheim-Lösungen, auf die wir stolz sind.“

Stefan Barlag,
Innovation & Application Development Manager bei Budenheim

Der Fokus von Budenheim liegt auf dem Bindesystem der vierten Schicht. Wir haben für das Bindemittelkonzept eine neue Rezeptur entwickelt, die der extremen Belastung von mehr als 1.600 Grad Celsius Stand hält. Zudem ist die Rezeptur frei von gesundheitsschädlichen Stoffen ist. Neben dem positiven Gesundheitsaspekt profitieren die Stahlhersteller auch von einer verbesserten Produktqualität durch weniger Verunreinigungen im Stahl.